
Pflegeanleitung für den Kaminmantel
Gute Nachricht: Wolle braucht viel weniger Pflege, als ihr denkt. Sie nimmt erstaunlich wenig Gerüche an und hat 0 Interesse daran, in der Reinigung zu wohnen.
Kurz gesagt: Am besten pflegt ihr euren Kaminmantel, indem ihr so wenig wie möglich tut. Praktisch, denn genau das war von Anfang an die Idee.
REINIGUNG, SO WENIG WIE NÖTIG
Euer Kaminmantel gehört weder in die Maschine noch ins Waschbecken. Wenn eine gründliche Reinigung nötig wird, bringt ihn zur professionellen Trockenreinigung und haltet euch dabei genau an die Angaben auf dem Pflegeetikett.
Aber daraus muss kein monatliches Ritual werden: 1-mal pro Saison reicht bei normalem Tragen völlig. Wiederholtes Reinigen belastet die Fasern unnötig.
Zwischen den Besuchen denkt immer daran, ihn auszulüften und sanft zu bürsten. Meistens ist damit schon ein großer Teil der Arbeit getan.

FRISCHE LUFT SCHNAPPEN
Nach einem Tag auf euren Schultern freut sich euer Kaminmantel meistens mehr über ein paar Stunden an der frischen Luft als über eine Einbahnfahrt zur Reinigung.
Hängt ihn an einen trockenen, luftigen Ort, weg von direktem Sonnenlicht. So gibt die Wolle die Feuchtigkeit und die Gerüche, die sie über den Tag gesammelt hat, ganz natürlich wieder ab.
Und wenn ihr 3 Stunden neben einem Käsefondue verbracht habt, gönnt ihm ruhig die ganze Nacht an der frischen Luft.

WASSER, WENIGER IST MEHR
Ein paar Tropfen lösen keine Familienkrise aus. Aber verzichtet auf ein ordentliches Vollbad: Euer Kaminmantel ist kein Frosch.
Wenn er in den Regen gerät: keine Heizung, kein Föhn und auf keinen Fall in den Trockner. Lasst ihn einfach auf einem breiten Bügel natürlich trocknen, weit weg von jeder direkten Hitzequelle.
Die Wolle kommt ganz von selbst wieder zu Verstand.

EIN SICHERER PLATZ
Ein guter Mantel verbringt einen guten Teil seines Lebens auf einem Bügel. Also könnt ihr auch gleich den richtigen wählen.
Nehmt einen stabilen Bügel, an den Schultern breit genug, um den Schnitt richtig zu stützen und ihn in Form zu halten.
Und gebt ihm etwas Platz im Kleiderschrank: Zwischen eine Daunenjacke und 3 Sakkos geklemmt bleiben die klaren, grafischen Linien nicht am besten erhalten.

KURZ MAL DURCHBÜRSTEN
Staub, Haare, Fusseln: Bevor ihr die schweren Geschütze auffahrt, reicht oft eine weiche Kleiderbürste.
Bürstet euren Kaminmantel sanft, immer in dieselbe Richtung, ohne zu grob am Stoff zu ziehen. Das nimmt den oberflächlichen Schmutz ab und hält die Wolle länger sauber.
Weniger Reinigung, mehr Bürsten.

KEIN GRUND, IHN ZU BRATEN
Falls euer Kaminmantel ein paar Falten bekommt, könnt ihr ihn mit einem Bügeleisen auf niedriger Stufe, maximal 110 °C auffrischen, am besten von links und ohne zu fest zu drücken.
Ein bisschen Dampf kann den Fasern auch helfen, sich wieder zu ordnen, solange ihr Abstand haltet.
Wie auch immer: Bleibt entspannt. Es ist ein Mantel, kein Panini.

EIN FLECK? BLOSS KEINE HEKTIK
1. Impuls: schrubbt nicht, als hinge eure Ehre daran. Meistens drückt ihr den Fleck damit nur tiefer in die Fasern oder beschädigt die Oberfläche der Wolle.
Tupft den Überschuss vorsichtig mit einem sauberen, trockenen Tuch ab. Bei einem großen oder hartnäckigen Fleck übergebt ihn danach einem Profi.
Manchmal ist Nichtstun eine echte Kunst für sich.

WENN DIE SONNE ZURÜCKKOMMT
Wenn es Zeit wird, euren Kaminmantel für ein paar Monate wegzuräumen, achtet darauf, dass er sauber und komplett trocken ist. Motten haben ein kleines Faible für tierische Fasern, besonders wenn diese noch Spuren von Schweiß oder Essen tragen.
Bewahrt ihn auf einem breiten Bügel auf, am besten in einem atmungsaktiven Kleidersack statt in Plastik. Ihr könnt auch ein passendes Mottenmittel danebenlegen.
Dann lasst ihn seine Sommerferien genießen. Er hat sie sich verdient.

DIE KURZFASSUNG
Oft lüften. Ab und zu bürsten. Selten reinigen. Natürlich trocknen. Richtig lagern.
Das war's im Grunde.
Mit diesen paar Gewohnheiten behalten die 385 g/m² italienische Wolle in eurem Kaminmantel über Jahre ihre Form, ihre Wärme und ihr gutes Aussehen.
Auf euch beide.
ASPHALTE