
Veröffentlicht am 15. Februar 2024.
Unsere Kleidung verschmutzt die Ozeane. Das können wir dagegen tun
Schon mal davon gehört, dass es bald mehr Plastik als Fische im Meer geben könnte? Ja, leider liegt das mal wieder an uns Menschen.

Schockiert euch das? Uns auch.
Asphalte ist also Teil einer globalen Industrie, die unsere Ozeane verschmutzt. Laut einem Bericht aus dem Jahr 2023, der der Europäischen Kommission vorgelegt wurde, stammen 35 % des Mikroplastiks im Meer von synthetischen Textilien. Das muss man sich erst einmal vorstellen. Das ist mehr als die Anteile der Reifenindustrie. Mehr als der gesamte Mikroplastik-„Staub“, der in den Städten der Welt produziert wird. Wie kann das sein?

Hier kommt der Clou: Eines der Hauptprobleme an diesem Schlamassel, von denen die meisten Leute nicht einmal wissen, sind: unsere Waschgewohnheiten.
Die Ironie? Je öfter wir waschen, desto dreckiger wird der Planet.
Wenn wir darüber sprechen, wie schmutzig die Textilindustrie ist, konzentrieren wir uns normalerweise auf die Rohstoffe und die Herstellung. Aber wisst ihr was? Das Tragen, Waschen und Entsorgen von Kleidung ist genauso schmutzig wie ihre Herstellung.

„Revers de mon look: quels impacts ont mes vêtements et mes chaussures sur la planète?“, Ademe, 2022
Wie in der ADEME-Infografik zu sehen ist, hinterlässt jeder Schritt im Lebenszyklus eines Kleidungsstücks seine Spuren. Sicher, ein T-Shirt aus 100 % Bio-Baumwolle aus Portugal ist nicht dasselbe wie eine Polyesterjacke aus Bangladesch, aber beide hinterlassen einen Fußabdruck.

Und hier ist der Plot-Twist: Die Haushaltswäsche ist einer der schlimmsten Übeltäter in diesem Kreislauf. Der Moment, in dem man die schmutzige Wäsche in die Maschine wirft ist nicht so harmlos, wie man denkt.

Das verschlingt nicht nur Trinkwasser, sondern setzt auch eine große Menge an Mikroplastik frei.
Hier ist die Kurzfassung: Chemische Rohmaterialien machen heute 70 % der weltweiten Textilfaserproduktion aus. Im Jahr 2021 wurden 60,5 Millionen Tonnen Polyester produziert, verglichen mit 24,7 Millionen Tonnen Baumwolle. Jedes Mal, wenn ihr eure Wäsche wascht, landen diese Mikrofasern im Abfluss. Bei natürlichen Stoffen ist das nicht ganz so schlimm, aber bei chemischem Müll wie Polyester, Polyamid, Elastan, Acryl - ganz gleich, was es ist - ist es ein absoluter Schlamassel.

Bei einer typischen 6-kg-Wäscheladung mit synthetischen Stoffen gelangen etwa 700.000 Mikroplastikteile ins Abwasser. Und da sie kleiner als 5 Mm sind, können sie die Kläranlagen problemlos passieren. Ratet mal, wo sie landen? Yep, im Meer - 500.000 Tonnen pro Jahr. Wenn man sie aufeinanderstapelt, ist das 50-mal so hoch wie der Eiffelturm. Super Sache.
So sieht es aus: Je öfter wir unsere Kunststoffe waschen, desto schmutziger wird der Planet.
Und wir verschmutzen nicht nur die Ozeane
Dazu kommt, dass das Mikroplastik nicht verschwindet, sondern einfach zerkleinert und überall verstreut wird:
- Fische fressen sie.
- Sie verbreiten sich als Schnee und Regen.
- An Stränden findet man sie.
- Sie verseuchen den Boden.
- Sogar im Viehfutter landen sie als Mehl. Also in euren Hamburgern.

Sie sind buchstäblich überall - auf unseren Tellern, über unseren Köpfen, unter unseren Füßen.
Wie geht es jetzt weiter?
Uns nur darüber zu beschweren, bringt uns nicht weiter. Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und die Sache praktisch angehen.
Wenn wir es geschafft haben, Plastik bis zum tiefsten Punkt des Ozeans, dem Marianengraben, und bis zum Gipfel des Mount Everest zu verbreiten, kann man doch sicher auch von uns erwarten, dass wir hinter uns aufräumen, oder?
Das können wir tun, um schnell etwas zu bewirken:
- Prüft die Angaben auf den Etiketten, um zu sehen, woraus eure Kleidung wirklich besteht, und beachtet die Pflegehinweise.
- Entscheidet euch für natürliche, biologisch abbaubare Materialien - Bio-Baumwolle, Leinen, Hanf, zertifizierte Wolle. Das ist vielleicht ein bisschen teurer als Polyester, aber eure Haut und unser Planet werden es euch danken.
- Investiert in einen guten Wäschesack oder gönnt dem Planeten eine Waschmaschine mit einem Mikrofaserfilter. (In Frankreich sind sie ab dem 1. Januar 2025 Pflicht).
- Geht sparsam mit eurer Wäsche um - wascht weniger, und wenn, dann bei maximal 30 °C.
- Ersetzt chemische Waschmittel durch natürliche. Einige Marken bieten schöne, saubere Waschmittel an. Ihr könnt sie aber auch ganz einfach zu Hause selbst herstellen - mit einer guten alten YouTube-Anleitung.
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Gemeinsam können wir etwas bewirken
Der Plan ist nicht gerade revolutionär - er besteht eigentlich nur aus dem alten Mantra „Denken, reduzieren, wiederverwenden, recyceln“.
Die Idee, dass 171.000 Milliarden Mikropartikel den Planeten bevölkern, ist erschreckend, aber wir müssen uns auf Lösungen konzentrieren.
Das Gesamtbild mag abschreckend sein, aber wir können etwas ändern, indem wir einfach unsere Gewohnheiten anpassen, uns für Qualität entscheiden, unsere Kleidung langlebiger machen und sie nicht jedes Mal waschen, wenn es nicht unbedingt sein muss.
Macht ihr mit?
Asphalte