
Veröffentlicht am 30. März 2021.
Grün, grün, grün sind alle unsere Kleider.
Nein wir werden nicht über den grünen Punkt reden, grüne Schildkröten auf Jutebeuteln der 90er, oder kleine Tannen, die hinter Rückspiegeln hängen.
Nichts dergleichen. Wir sind hier, um darüber zu sprechen, welche Auswirkungen die Textilindustrie auf die Umwelt hat. Ein Thema, das nicht nur andere Marken extrem beschäftigt, sondern uns auch. Wir alle müssen Verantwortung übernehmen, und zwar sofort.
Vielleicht denkt ihr jetzt, dass es für ein Bekleidungsunternehmen etwas anmaßend ist, Predigten über die Umwelt zu halten, deswegen wollen wir erstmal verstehen, worum es überhaupt geht. Und um das zu tun, müssen wir genau wissen, welchen Einfluss unsere Kleidung auf den Planeten hat und auf die Menschen, die sie herstellen.
Einige von euch haben uns gefragt: Was kostet eure Kleidung den Planeten? Und es hat uns fast wahnsinnig gemacht, euch keine klare Antwort auf eine so einfache Frage geben zu können.
2020 war das Jahr, in dem wir uns dazu entschlossen haben, euch mehr Auskunft zu geben, Daten zu sammeln und die Zahlen der von uns hergestellten Kleidung herauszufinden. Wir müssten lügen, wenn wir sagen würde, dass das nicht ewig lang gedauert hat. Aber es war offensichtlich, dass es sich nicht länger ignorieren ließ.
Und jetzt ist alles auf dem neuesten Stand, sodass von nun für an jedes Teil, das wir auf den Markt bringen, vollständige Statistiken zur Umweltbelastung und Daten und Bewertungen für alle sichtbar veröffentlichen. Außerdem werdet ihr genau sehen, welche Ressourcen ein einzelner Artikel verbraucht, also CO2-Emissionen, Wasser- und Energieverbrauch. Die vergleichen wir mit alltäglichen Aktivitäten, damit ihr das besser nachvollziehen könnt.
Und so sieht das aus:

Der erste Schritt ist gemacht, wie geht’s jetzt weiter? Kann eine Marke wie unsere ehrlich sagen, dass wir die Umwelt schützen wollen?
Die Herstellung von Kleidung verbraucht per Definition viele Ressourcen, daran führt momentan fast kein Weg vorbei. Die einzige wirklich nachhaltige Handlung für eine Bekleidungsmarke wäre, komplett auf die Herstellung von Kleidung zu verzichten und den Müll am Strand aufzusammeln.
Um die Anfangsfrage aber beantworten zu können, müssen wir uns eine weitere, zentrale Frage stellen: Welche Rolle kann eine Marke wie Asphalte beim Umweltschutz wirklich spielen? Und:
- haben wir ein Ziel?
- verzögern wir nicht nur die Abschiedsparty unseres Planeten?
- sollten wir das, was wir gerade tun, einfach beenden und eine weniger ressourcenintensive Aktivität finden?
Wir sind mit knallharten Dokumentarfilmen wie Cowspiracy oder The True Cost aufgewachsen. Und wir stehen voll und ganz hinter den Gretas dieser Welt, denn ganz ehrlich, wir wollen nicht als die Generation untergehen, die Berge von Aluminium-Kaffeepods hinterlassen und die Tierwelt in Bücher verbannt hat.
Was wollen wir erschaffen und als Erbe hinterlassen?
Beginnen wir mit der Frage: Was wollen wir nicht zurücklassen?
- Einen brühend heißen Planeten.
- Einen neuen Kontinent aus Polyester, der auf dem Ozean schwimmt.
- Arbeiter mit Hautkrankheiten
- Fluoreszierend orange Flüsse.
- Möwen, die mit mehr Chrom, als Federn fliegen.
- Ausgebrannte Partner.
Das ist nur ein Anfang, aber die Liste geht weiter...
Es ist mehr als an der Zeit, praktische Lösungen zu finden. Und wir haben Asphalte mit einem klaren Ziel begonnen: hochwertige Kleidung herzustellen, die langlebig und erschwinglich ist und unter fairen Bedingungen hergestellt wird. Denn wir glauben an die Idee Freude an Kleidung zu haben, die lange hält und gut altert, und weigern uns, der Wegwerfkultur nachzugeben.
Es bleibt also nur eine Möglichkeit: Um bessere Kleidung herzustellen, die länger hält, müssen wir uns auf Qualität und Haltbarkeit konzentrieren. Denn Dinge, die lange halten, bedeuten weniger austauschen und weniger wegwerfen. Und das wiederum bedeutet weniger Produktion, weniger Abfall und weniger Belastung der natürlichen Ressourcen und der Umwelt. Ein Kinderspiel.
Was wir jedoch hinterlassen wollen, sind Kleidungsstücke, die die Zeit überstehen, und Kunden, die weniger Kleidung kaufen, weil sie sie immer wieder tragen möchten. Und die selbst dann noch fit genug sind ein zweites Zuhause finden, wenn ihre Besitzer keine Lust mehr haben.
Wie unterscheidet sich das von der Mode, die wir heute kennen?
Zuerst können wir uns die Konsequenzen des Turbo-Gangs anschauen, den die Mode in den letzten 20 - 30 Jahren eingelegt hat.
Hier sind ein paar Zahlen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, womit wir es zu tun haben:
Textilabfälle:
- Jede Sekunde wird das Äquivalent eines 32-Tonnen-Müllwagens voller Kleidung verbrannt oder auf Deponien geworfen (Angaben der Weltwirtschaftsforum).
- 500.000 Tonnen Mikroplastik werden jedes Jahr in die Ozeane gespült.
Umweltbelastung und Treibhausgase:
- 64 % aller derzeit produzierten Kleidungsstücke enthalten aus Erdöl gewonnene Mikrofasern (Angaben der Friends of the Earth NGO).
- Allein auf die Textilindustrie entfallen 4 bis 8 % aller Treibhausgase.
- Die Produktion von Baumwolle, synthetischen und natürlichen Materialien und deren Verarbeitung zu Stoffen ist für den Ausstoß von 1,2 Milliarden Tonnen Treibhausgasen pro Jahr verantwortlich (Angaben der Stiftung Ellen MacArthur *).
Überproduktion von Kleidung und beschleunigte Konsumzyklen:
- 2014 produzierte die Welt doppelt so viele Kleidungsstücke wie im Jahr 2000 und wir erreichten 2018 erschütternde 130 Milliarden produzierte Artikel (Angaben der Ellen MacArthur Foundation & Lectra).
- Wir kaufen 60 % mehr Kleidung und behalten sie nur noch halb so lange wie früher (Angaben der von Greenpeace).
- H&M bringt 16 Kollektionen pro Jahr heraus, Zara 24 (Angaben des World Economic Forum).
- Verkäufe und Rabatte sind keine Möglichkeit mehr, Restbestände legitim zu verkaufen, sondern sind zu eigenen Geschäftsmodellen geworden. Denn 30 % aller Kleidungsstücke werden mit Rabatt verkauft. Das bedeutet, dass viele Marken Kleidung mit dem einzigen Zweck herstellen, Rabatte zu erzielen, und dies in ihre Margen einbeziehen, damit sie auch bei Rabatten von -70 % noch Gewinne erzielen können.
Ihr seht, was wir meinen. Es braucht keinen Abschluss in Nachhaltigkeit, um zu ahnen, dass wir, beziehungsweise dieser Planet, das nicht durchhalten wird. Und wir haben noch nicht über die weiteren Konsequenzen gesprochen.
Die Textilindustrie mit ihrem enormen Verbrauch an natürlichen Ressourcen hat eine große Mitverantwortung für die globale Erwärmung und die menschliche Ausbeutung.
Darüber hinaus wird es für Kunden immer schwieriger, Herstellung nachzuvollziehen und qualitativ hochwertige Produkte zu entziffern, die erschwinglich sind, ohne sich im Netz der Industrie zu verfangen. Von der fehlenden Transparenz über die Herstellung eines Kleidungsstücks – von wem und womit – bis hin zu wöchentlich neuen Kollektionen. Und was sind nochmal die Kosten davon für unseren Planeten?
Hier mal ein paar Zahlen, um euch eine bessere Vorstellung des Kleidungskonsums zu vermitteln: 2018 führten die Briten in Europa (*) die Konsumliste an, indem sie pro Kopf 26,7 kg neue Klamotten kauften, also in etwa ein großer, schwerer Koffer. 2016 kauften die Deutschen etwa 16,7 kg pro Kopf, dicht gefolgt von den Franzosen mit 9,5 kg.
Wenn wir grob schätzen, dass jedes Stück 500 g wiegt, sind das so etwa 52, 33 und 20 Stück pro Jahr pro Person in diesen 3 Ländern. Und machen wir uns nichts vor, wir reden hier nicht nur von ein paar Unterhosen.
Mit diesen Schock-Zahlen im Hinterkopf haben wir Asphalte im Jahr 2016 gegründet. Wir wollten eine Modemarke kreieren, die aus wenigen Artikeln besteht, die alle gut aussehen, deren Qualität mit Stil altert und euch, den Planeten und die Menschen, die sie herstellen keinen Arm und kein Bein kosten. Das haben sich auch immer mehr unserer Kunden gewünscht.
Und der Mission sind wir seitdem treu geblieben und streben ständig danach, noch hochwertigere Kleidung herzustellen, die ihr gerne habt und über Jahre hinweg tragen werdet. Um sie dann irgendwann an jemand anderen weiterzuvererben.
Wo ist also der positive Beitrag in all dem?
Unser Ziel ist es, niemals Kleidung zu produzieren, die niemand braucht. Wir wollen nur das machen, was wirklich nötig ist und tun alles dafür, damit unsere Kleidung lange getragen werden kann und viel Freude bereitet.
Macht ja auch Sinn: Je öfter ihr ein Kleidungsstück tragt, desto mehr reduziert ihr seine Auswirkungen auf die Umwelt. Anders gesagt, 1 guter Pullover, der 100 Mal getragen wird, funktioniert besser als 10 durchschnittliche, die 10 Mal getragen werden.
Das Wegwerfen von Jeans, Pullovern und Mänteln sollte eigentlich nie passieren. Wir sollten uns immer darüber bewusst sein, was wir tun. Aufpassen, was wir kaufen, uns darum kümmern und bis zum Schluss reparieren. Und wenn es irgendwann wirklich vorbei ist, sicherstellen, dass es zum Recyclinghof kommt, um sinnvoll wiederverwertet zu werden.
Unsere erste Aufgabe besteht also darin, sicherzustellen, dass unsere Kleidung für ein langes Leben geeignet ist. Einige von euch wissen es vielleicht schon, aber falls nicht, sagen wir euch nochmal wie genau wir das machen.
- Wir stecken viel Zeit und Mühe in jeden Artikel, den wir entwickeln, was bedeutet, dass wir nur sehr wenige Teile erarbeiten. Innerhalb von 5 Jahren haben wir nur 48 Artikel produziert. Also nicht ganz so viel im Vergleich zu den 24 Kollektionen von Zara pro Jahr.
- Wir fragen euch, welche Kleidungsstücke ihr braucht und wie sie sein sollen und testen vorher alle Details, bevor es überhaupt an die Produktion geht.
- Wir lassen uns von Kleidung inspirieren, die sich erfolgreich bewährt hat. Trends vermeiden wir grundsätzlich und stellen nur Dinge her, die vor 10 Jahren hätten getragen werden können und auch in 10 Jahren noch getragen werden.
- Mit unseren Pflegeanleitungen helfen wir euch, eure Kleidung nach dem Kauf richtig zu pflegen.
Und damit ihr nicht einfach so was kauft, stellen wir euch alle Teile ausführlich vor, mit Video, einem Artikel und einer langen Produktbeschreibung. So könnt ihr eine fundierte Entscheidung treffen. Das Wichtigste ist, dass ihr euch immer die eine Frage stellt: „Brauche ich das wirklich?“
In unserem Artikel geht es übrigens nicht nur darum, was wir unserer Meinung nach „richtig“ machen, sondern auch, was wir am Anfang falsch gemacht haben. Aber über die Jahre haben wir hart daran gearbeitet, es wieder in Ordnung zu bringen, vor allem dank eures Feedbacks.
Probleme und Leute
Ganz offensichtlich haben wir in den letzten 5 Jahren auch vieles falsch gemacht und wir sind noch lange nicht da, wo wir sein wollen. Hier ist eine Auswahl unserer am wenigsten stolzen Momente.
Verschwendete Materialien
Wir haben erst 2020 damit begonnen, vollständig biologisch oder recycelte Stoffe und Materialien zu verwenden. Darauf hätten wir auch schon früher kommen können. Für Interessierte gibt es hier einen tollen Artikel auf Französisch () von unseren Freunden Loom, der Missverständnisse rund um Bio-Baumwolle aufklärt. Und diese Seite auf Englisch bietet ebenfalls einen umfassenden Überblick.
Das Hauptding ist, dass Pestizide, die für den Anbau konventioneller Baumwolle verwendet werden, das Ökosystem durch die Ausrottung von Insekten stören. In den letzten 30 Jahren sind 50 % der Insekten weltweit verschwunden. Bio-Baumwolle wird ohne Pestizide angebaut. Darüber hinaus ist die Qualität von Bio-Baumwolle nicht geringer, man muss nur wissen, wonach man suchen muss.
Und wir suchen immer die haltbarsten Rohstoffe für unsere Kleidungsstücke. Andere Marken haben erfolgreich bewiesen, dass es möglich ist, großartige Kleidung aus hauptsächlich recycelten Materialien herzustellen. Das hat uns dazu inspiriert, unser erstes Stück aus recyceltem Stoff herzustellen, die Badehose.
Momentan wird 88 % unserer Kleidung aus zertifizierten Materialien hergestellt, die beste für Baumwolle oder Mulesing-frei für Wolle. Aber auch das wollen wir verbessern.
Lokalmatadoren machen das Rennen
Am Anfang wurde die Kleidung in Ländern außerhalb Europas wie Marokko und Vietnam produziert. Aber selbst der persönliche Besuch unserer Produktionspartner, um aus erster Hand zu erfahren, ob sie unseren Qualitätsansprüchen gerecht werden und ihren Arbeitern faire Bedingungen ohne Zwangs- oder Kinderarbeit bieten, macht es nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Die Vorschriften vor Ort sind oft weniger rigoros, als in Europa, wo wir den Arbeitsbedingungen durch strengere Kontrollen mehr vertrauen können.
Also haben wir 2019 einen Schlussstrich gezogen und alles näher nach Hause gebracht. Seit 2020 wird 100 % unserer Kleidung in Europa hergestellt. 82 % davon in Portugal, 14 % in Rumänien, 2 % in Italien und 2 % in Frankreich.
Qualitätskontrolle
Einige unserer Kleider haben unserem Standard nicht entsprochen. 2018 zum Beispiel haben wir eine Hose produziert und uns auf die Tests des Lieferanten verlassen. Ohne sie dabei vorher in ein unabhängiges Labor zu schicken. Der Stoff war eine derartige Katastrophe, dass wir den Artikel beenden mussten und den überschüssigen Stoff recycelt haben. Das war eine harte Lektion.
Auch von der Qualität des Leders unserer ersten weißen Sneaker waren wir echt enttäuscht. Das haben wir vor allem durch euer Feedback in unserer Umfrage erfahren und deshalb eine bessere Alternative für die zweite Version gefunden.
Aus Fehlern muss man eben lernen und seit 2018 haben wir nicht nur unsere Qualitätskontrolle verstärkt, sondern lassen alle unsere Stoffe systematisch von einem unabhängigen Labor, SMT, testen.
Jedes Mal, wenn wir uns zusammensetzen, um ein Kleidungsstück zu entwickeln, lässt unser Produktionsteam 3 bis 5 Materialien gegeneinander antreten, die dem Stil, Gewicht und der gewünschten Herstellung entsprechen, und die liefern sich dann einen erbitterten Kampf.
Die Stoffe werden anschließend entweder in Europa oder in Japan hergestellt, wo die Sozial- und Umweltstandards sehr streng sind. Darüber hinaus senden wir jedem Lieferanten, der mit uns arbeiten möchte, ein Formular zur sozialen Verantwortung von Unternehmen. Das sieht in etwa so aus:

Es ist ein entscheidender Faktor, der eine enorme Rolle in der Auswahl unserer Partner spielt. Es sind zwar keine so erbitterten Kämpfe, aber es hilft uns herauszufinden, wer sich am meisten für unsere nachhaltige Mission einsetzt.
Die 2 oder 3 Materialien, die wir dann auswählen, werden von SMT getestet. Je nach Material und Produkt testen sie Reibung, Farbechtheit, Reißen, Fusseln und eine Reihe anderer Sachen. Und wie gesagt, nur die Harten kommen in den Garten. Also unseren Store.
So sieht eine SMT-Scorecard aus:

Fehlende Statistiken der Umweltauswirkungen
Bis Ende 2020 wussten wir nicht, wie wir die Umweltauswirkungen jedes unserer Kleidungsstücke genau berechnen sollten.
Aber wir mussten in den sauren Apfel beißen und uns einige unangenehme Fragen stellen. Und so sieht es dann zum Beispiel für ein T-Shirt aus:
So seht ihr genau, welche Ressourcen für die Herstellung eines Artikels drauf gingen und gleichzeitig setzt es einen Maßstab, an dem wir uns messen und verbessern können.
Wir sagen immer: Um Dinge zu verbessern, müssen wir sie zuerst verstehen.
Da wir jetzt wissen, woran wir sind, wird es also Zeit, es besser zu machen.
Um an diese Daten zu bekommen, haben wir uns so weit wie möglich durch die Lieferkette gearbeitet: von den Rohstoffen, über die Lieferanten und Fabriken, bis hin zu den Zertifizierungen aller Beteiligten.
Und so sieht das aus:
Das war wahrscheinlich unsere größte Herausforderung für 2020 (alles andere lassen wir hier mal raus). Und wir sind ziemlich erleichtert, dass alle gesammelten Daten jetzt sinnvoll verwendet werden und ihr damit in Zukunft eine aufgeklärte Entscheidung treffen könnt.
Es ist eine Sache, die Auswirkungen für jeden Artikel einzeln zu überwachen, eine andere ist es, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie die globale Auswirkung einer Marke wie unserer, die jedes Jahr wächst, aussieht. Nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und kulturell.

In welche Richtung bewegen wir uns?
Unser Ziel ist es, ein besseres Modell fürs Kreieren, Kaufen und Produzieren von Kleidung zu entwickeln. Anstatt aus Angst das Problem zu vergrößern aufzugeben, haben wir uns dazu entschieden, doppelt so hart an der Verbesserung der Situation zu arbeiten.
Wir wollen eine Alternative zu billiger Kleidung sein, die nach 2 Monaten aufgibt, aber auch eine Alternative zu extrem teurer Qualitätskleidung bieten. Also gute, langlebige Kleidung zu einem fairen Preis.
Um das zu erreichen, bleiben wir vorerst bei unserem Modell der Vorbestellungen. Denn wir wollen sichergehen, dass es funktioniert, um auch in Zukunft nur die Kleidung zu produzieren, die benötigt wird. Dadurch werden Überproduktion und unverkaufte Bestände vermieden.
Wir hoffen das zu unserem Erfolgsmodell zu machen. Am liebsten wäre es uns, wenn unsere ersten Kunden in 5, 10 oder 20 Jahren keine Kleidung mehr bei uns kaufen müssten. Ganz einfach, weil das, was sie bei uns gekauft haben, immer noch hält und sie nichts Neues brauchen.
Wenn andere kleine Marken wie wir, die versuchen die Art und Weise zu ändern, wie wir produzieren und konsumieren und nach alternativen Wegen suchen aufgeben würden, hätten größere Marken keinen Grund, sich zu ändern. Und deswegen werden wir so weitermachen, wie wir es momentan tun.
Wir sind kürzlich einer Gruppe beigetreten, die von den Marken Loom, 1083, Hopaal und anderen gegründet wurde und die ordentlich Lärm machen um:
- Handelsbarrieren zu errichten, die verhindern sollen, dass Kleidung unter unfairen Bedingungen hergestellt wird, und die Menschen schützen, die sie herstellen, sowie die Umwelt
- Unternehmen zu zwingen, transparenter zu werden
- eine Ökosteuer für Kleidung einzuführen
- Greenwashing zu bestrafen
- die Reparatur und das Recyceln von gebrauchter Kleidung zu unterstützen
Wir glauben, dass wir die Dinge nur verbessern können, wenn wir diese Ideen verwirklichen. Das Wichtigste ist, dass wir alle unseren Beitrag leisten, um unseren Planeten nicht so stark zu belasten.
Für Asphalte bedeutet das nicht nur Jahr für Jahr bessere Kleidung herzustellen, ihre Umweltauswirkungen zu minimieren und sie lange haltbar zu machen, sondern auch euch Tipps zur richtigen Pflege zu geben.
Abgesehen von weniger Kleidung kaufen und euch um sie kümmern, könnt ihr eure Unterstützung zeigen, indem ihr auf die oben genannten Initiativen aufmerksam macht.
Wir haben noch viel zu tun und hoffen, dass ihr auch in 20 Jahren noch an unserer Seite sein werdet, um uns an diese hohen Standards zu erinnern. Natürlich während ihr ein paar Dinge tragt, die ihr vor 20 Jahren schon gekauft habt.

Eine letzte Sache. Unser Ziel ist es, wirklich etwas zu ändern und dafür müssen wir eine globale Marke werden.
Der ökologische Ansatz wird bei uns in all unsere Arbeitsschritte eingebunden. Wir haben keine Chance, etwas zu bewirken, wenn wir Däumchen drehen und darauf warten, dass sich die Dinge ändern. Sondern wir müssen alles tun, um diesen Wandel zum Mainstream zu machen. Dafür müssen wir Asphalte wachsen lassen.
Wir wissen, dass das nicht über Nacht passieren wird, aber wir hatten das Bedürfnis euch unsere Herangehensweise näher zu erklären, da es uns alle betrifft und die Herausforderung unserer Generation ist.
Es ist zweifellos eine lange Lektüre und wir haben eine Weile gebraucht, um es zu schreiben, aber jetzt wisst ihr alles. Hoffentlich hat es ein bisschen verdeutlicht, wofür wir stehen und auch ein paar Fragen beantworten können
Aber falls ihr noch welche habt, könnt ihr die gerne im Kommentarbereich dalassen oder auf Instagram mit uns ins Gespräch kommen. Denn wir würden echt gerne eure Meinung dazu hören.
Nochmals vielen Dank für das Vertrauen in uns.
Euer Asphalte-Team.