
Veröffentlicht am 10. August 2023.
Gemeinsam können wir die Modeindustrie verändern
Seit der Gründung von Asphalte im Jahr 2016 setzen wir uns für Veränderungen in der Modeindustrie ein. Wir haben uns dem Ziel verschrieben, euch die Möglichkeit zu bieten, Kleidung auf eine nachhaltigere Weise zu kaufen. Um das zu erreichen, mussten wir bessere Wege finden, sie herzustellen. Und das haben wir getan...
Wir reduzieren Abfall und übermäßigen Verbrauch, indem wir uns für ein Vorbestellungsmodell entschieden haben, mit verantwortungsvollen Produzenten zusammenarbeiten, uns auf die Verwendung organischer und erneuerbarer Materialien konzentrieren und Langlebigkeit zum Grundpfeiler unserer Mission gemacht haben.
Wir arbeiten daran, Kleidungsstücke herzustellen, die lange halten, in denen ihr stilvoll durch die Jahreszeiten kommt und die in Europa unter fairen Bedingungen hergestellt werden. Darum geht es uns, und wenn ihr das lest, geht es euch sicher ähnlich.
Wir möchten Teil des Wandels sein, der dringend erforderlich ist.
Das sind nicht nur leere Worte. Seit 2020 sind wir in Bezug auf die Umweltauswirkungen und die Rückverfolgbarkeit jedes von uns hergestellten Artikels vollkommen transparent. Ihr wollt wissen, was in unserem Perfekten Pulli steckt? Dann schaut einfach mal rein.

Die Umweltauswirkungen unseres Perfekten Pullis.
Auch wenn wir nicht die Einzigen sind, die versuchen, die Dinge zum Besseren zu verändern, sind wir leider immer noch in einer Minderheit.
So funktioniert Fast Fashion
Der Großteil der globalen Modeindustrie ist verschwenderisch und unverantwortlich, und die größten Akteure missachten das Wohlergehen des Planeten und der Arbeitnehmer gleichermaßen. Fast-Fashion-Marken drängen die Menschen dazu, mehr zu konsumieren, als sie brauchen, und locken sie mit Tiefstpreisen, die nur dann rentabel sind, wenn an den wichtigsten Stellen gespart wird.
Wie kann man Kleidung überhaupt so günstig herstellen?
- Ganz einfach! Man produziert sie in Ländern mit minimalen Umweltschutz- und Sicherheitsvorkehrungen, in denen die Arbeiter schlecht bezahlt werden und verwendet minderwertige Materialien, um die Produktionskosten möglichst gering zu halten.
Wie kann man genug davon verkaufen, um Gewinne zu erzielen?
- Auch das ist ganz einfach! Indem schwindelerregende Stückzahlen und Kollektionen produziert, ständig Rabattaktionen gepusht werden und ein Ausverkauf den nächsten jagt. Fast Fashion-Marken tun alles, um uns dazu zu bringen, Dinge zu kaufen, die wir einfach nicht brauchen.
Das Ergebnis: In Frankreich, dem Heimatland von Asphalte, kaufen Verbraucherinnen und Verbraucher im Schnitt 50 Kleidungsstücke pro Jahr und damit doppelt so viele wie noch in den 1980er Jahren. Laut Bundesministerium für Umwelt sind es in Deutschland durchschnittlich sogar 60 Kleidungsstücke pro Jahr, wobei jedes 5. Teil so gut wie nie getragen wird.
Wir lehnen uns nicht aus dem Fenster, wenn wir sagen, dass das viel zu viele Klamotten sind.
Durch eine verantwortungslose Produktion lässt sich in der Welt der Fast Fashion leicht Geld verdienen.
Es ist nicht leicht, gut zu sein...
Wir sind mit unseren Entscheidungen zufrieden, für uns ist das der einzige Weg, Kleidung herzustellen. Doch was ist das Ergebnis von all dem? Nun, für eine Marke wie Asphalte kann es schwierig (und teuer) sein, die Dinge auf die richtige Weise zu tun.
Da wir die besten Materialien verwenden, mit verantwortungsbewussten, fachkundigen Herstellern zusammenarbeiten, auf kommerzielle Gimmicks verzichten und den täglichen Trends keine Beachtung schenken, ist unsere Kleidung teurer als diejenige, die rücksichtslos zu minimalen Kosten hergestellt wird.
Wir können nur existieren, weil ihr - unsere Kunden - versteht, warum wir die Dinge anders machen. Zum Glück tun das Zehntausende von euch. Leider kann die Fast-Fashion-Industrie weitermachen, wie sie will, egal was ein Newcomer wie Asphalte sagt.
Gemeinsam können wir etwas bewegen
Also, was können wir tun? Alleine nicht sehr viel. Aber wenn wir uns mit gleichgesinnten Marken, Herstellern und Designern zusammentun, sieht die Sache schon anders aus.
Zum Glück gibt es Hunderte von Marken, die das so sehen wie wir. Unternehmen, die versuchen, im globalen Modefluss stromaufwärts zu schwimmen, während Container voller schlecht gemachter Treter und Billig-Pullis die Stromschnellen hinab an uns vorbeirauschen. Doch gemeinsam können wir die Flut vielleicht aufhalten.
En Mode Climat
Eine Möglichkeit, die Modewelt zu verändern, besteht darin, die Gesetze zu verbessern, nach denen sie funktioniert.
Deshalb tun wir uns mit dem auf Mode spezialisierten Interessenverband En Mode Climat zusammen und spenden 10.000 Euro für seine Arbeit.
Hier kommt Julia ins Spiel.

Julia Faure ist die Gründerin von En Mode Climat. Das Ziel der Organisation lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Das Gesetz ändern, damit der Modesektor seine CO2-Emissionen reduziert.“
Wie können neue Gesetze den Wandel erzwingen, auf den wir alle warten?
Durch die Verringerung der Menge der verkauften Kleidung...
- Eine Preiserhöhung für die billigsten Produkte würde die Modeindustrie aus dem Zeitalter des Einwegkonsums herausführen.
- Eine Verringerung der Geschwindigkeit, in der neue Kollektionen veröffentlicht und Ausverkäufe angepriesen werden, könnte zu einer Reduzierung der Nachfrage führen.
Eine Nahverlagerung der Kleidungsproduktion
- Einführung von Zöllen oder Zollschranken, um Kleidung zu favorisieren, die in Ländern mit einem weniger kohlenstoffintensiven Energieverbrauch hergestellt wird.
- Die Verbraucher könnten durch eine eindeutige Umweltkennzeichnung animiert werden, Kleidung aus diesen Ländern zu kaufen.
Maßnahmen für Reparaturen
- Man müsste Marken dazu ermutigen, ihre Produkte reparaturfähig zu machen und selbst Reparaturen anzubieten. Wenn ihr denkt, dass das weit hergeholt ist… die französische Regierung hat tatsächlich kürzlich Anreize eingeführt, um genau das zu fördern.
En Mode Climat gibt den Hunderten von kleinen Marken wie uns, die in der Modewelt etwas bewirken wollen, eine Stimme. Danke, En Mode Climat.
Wenn ihr mehr über ihre Arbeit erfahren, oder wissen wollt, wie ihr sie unterstützen könnt, besucht die Website (leider nur auf Französisch): https://www.enmodeclimat.fr/.
Auch in Deutschland gibt es Zusammenschlüsse und Initiativen, wie das Bündnis für nachhaltige Textilien, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Bedingungen in der weltweiten Textilproduktion zu verbessern. Schaut und hört euch einfach mal um, um ein Verständnis über die Thematik und die Notwendigkeit eines Umdenkens in der Industrie zu bekommen.
Danke fürs Lesen und fürs Mitmachen.
Bis bald,
euer Asphalte-Team
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