
Veröffentlicht am 07. September 2022.
Dem Perfekten Pullover auf der Spur
Rückverfolgbarkeit ist ein Wort, das wir oft benutzen. Ihr habt das vermutlich schon mitbekommen… Es ist ein zentrales Element unserer Mission: Wir verfolgen den Fußabdruck aller unserer Produkte, finden Wissenswertes über unsere Partner heraus und befassen uns intensiv mit den Herstellungsprozessen. Wir nehmen es ernst, damit ihr entspannt sein könnt. Ein guter Deal, oder?
Bevor ihr unseren Perfekten Pullover mittlerweile in der achten Version vorbestellen könnt, haben wir uns die Zeit genommen, um mit Constance über das Thema Rückverfolgbarkeit zu sprechen…
Hi Constance, wie geht’s dir?
Sehr gut. Die Sonne scheint, die Urlaubszeit steht vor der Tür. Und wir bereiten uns darauf vor, neue Artikel für unsere Damen- und Herrenkollektion zu veröffentlichen. Ich bin gespannt darauf.
Bevor wir uns mit der Rückverfolgbarkeit beschäftigen, erzähl uns doch kurz etwas über dich und das Team.
Ich bin für den Einkauf und die Produktion zuständig und tracke die Umweltauswirkungen von Asphalte. Ich bin jetzt seit vier Jahren dabei. Zurzeit arbeite ich mit einem dreiköpfigen Team zusammen: Albane, Pauline und Servane. Wir konzentrieren uns darauf, die besten Materialien zu beschaffen - das bedeutet für uns Spitzenqualität zu einem fairen Preis. Wir wollen die besten Produkte zum bestmöglichen Preis anbieten und sie so effizient wie möglich mit unserem Vorbestellungsmodell zu unseren Kunden bringen. Kurz gesagt, ich arbeite daran, unsere Umweltauswirkungen zu messen und zu verringern.

Was bedeutet die Arbeit an der Rückverfolgbarkeit für dich?
Ich schätze es sehr, dass Asphalte nicht wie andere Unternehmen arbeitet. Egal, ob es um die Produktion oder um soziale und ökologische Aspekte geht, wir versuchen immer, bessere Wege zu finden, um unsere Kleidung herzustellen. Wie Pfadfinder, die gerne ausgetretene Pfade verlassen. Wir stellen uns immer wieder neuen Herausforderungen, damit wir uns selbst übertreffen können. Das gilt auch für die Rückverfolgbarkeit, bei der wir alles tun, um herauszufinden, woher alle Materialien stammen, die wir benutzen.

Deshalb sind Pierre und du nach Südafrika gereist?
Genau, Pierre, unser Head of Knitwear, und ich sind gemeinsam mit unserem Wollhändler Segard Masurel zu den Schafzüchtern gereist, die die Merinowolle für unseren Perfekten Pullover liefern.
Die Märkte für Rohstoffe laufen in der Regel über riesige internationale Netzwerke, an denen viele Zwischenhändler beteiligt sind. Das macht es oft sehr schwer, die Herkunft der Materialien nachzuvollziehen.
Aber wir wollten gern alles über die Wolle herauszufinden, die wir benutzen und haben wir hart daran gearbeitet, 100 % rückverfolgbare Wolle zu finden. Dank dieser Reise kennen wir nun jeden Landwirt, von dem wir die Wolle beziehen, und können ihre Höfe auf unserer Karte einzeichnen. So können wir sicherstellen, dass die sozialen und ökologischen Anforderungen von Asphalte auf den Farmen, mit denen wir zusammenarbeiten, eingehalten werden - einschließlich des Tierschutzes.
Es war wirklich toll, diese Art von Rückverfolgungsarbeit vor Ort leisten zu können.

Was habt ihr sonst noch so in Südafrika gemacht?
Wir haben die Farmen besucht und gesehen, wie die Wolle versteigert wird, und wir haben mit den Farmern über ihre Arbeit gesprochen.

Wir haben außerdem über unsere Visionen zur Zukunft der Landwirtschaft gesprochen und intensiv darüber diskutiert, wie wir eine nachhaltigere Produktionsweise fördern können. Es war ein sehr fruchtbarer Prozess für uns, aber auch für die Landwirte, denke ich.

Wir sprechen bei Asphalte oft über Rückverfolgbarkeit, warum ist das so wichtig?
Die Textilindustrie ist sehr undurchsichtig. Die Lieferketten sind global und die Chargen werden regelmäßig vermischt. Daher ist es sehr schwierig, die Herkunft der verwendeten Materialien zu garantieren.
Wenn die sozialen und ökologischen Standards so hoch wären, wie wir es uns wünschen, und wir sie weltweit überprüfen könnten, wäre das kein Problem. Aber das ist leider nicht der Fall. Daher können wir nur dann sicher sein, was vor sich geht, wenn wir wissen, wer daran beteiligt ist. Auf diese Weise können wir Audits, Zertifizierungen oder Gütesiegel überprüfen oder sogar die Standorte besuchen, um zu sehen, wie sie dort arbeiten.

Bei Asphalte wollen wir nicht nur Kleidung anders verkaufen. Wir wollen sie auch anders herstellen: Wir wollen sie unter Berücksichtigung all der Arbeit, die darin steckt, und der Umweltbelastung, die bei jedem Schritt entsteht, produzieren. Das sind Dinge, die mit dem Aufkommen von Fast Fashion weitgehend in den Hintergrund getreten sind. Die Rückverfolgbarkeit eines Produkts ist ein wichtiger Ansatzpunkt. Es ist auch gut, die ganze „Lieferant gegen Kunde“ Dynamik zu ändern und eine echte Partnerschaft zu schaffen: eine vertrauensvolle Beziehung zwischen allen unseren Partnern und uns.
Hat dich irgendetwas, das während der Reise passiert ist, überrascht?
Die Züchter waren sehr glücklich, das fertige Produkt zu sehen! Es ist verrückt, aber sie haben normalerweise keine Ahnung, was mit der Wolle passiert, die sie exportieren. Sie arbeiten wie verrückt, um die hochwertigste Wolle zu produzieren, aber sie sehen nie das Produkt, das daraus entsteht, das kann man kaum glauben.
Und ja, bevor du fragst, wir haben ihnen Perfekte Pullover geschenkt, damit auch sie in den Genuss kommen, ihre besonders feine Merinowolle zu tragen! Sie haben sogar gefragt, ob wir nicht ein Geschäft in der Gegend eröffnen können.

Was hat dir am besten gefallen?
Wenn ich mich für eine Sache entscheiden müsste, dann wäre es wohl der Besuch bei einem Wollproduzenten, der nach den Grundsätzen der regenerativen Landwirtschaft arbeitet.
Der Eigentümer hatte jahrzehntelang eine ganzheitliche Bewirtschaftung seines Hofes praktiziert und die Landwirte in der Umgebung darin geschult, diese Praxis zu übernehmen. Er hat eine siebenjährige Dürreperiode ohne Probleme überstanden. Ich bin ohnehin von dieser Landwirtschaftsform überzeugt und habe mich aktiv um eine Ausweitung unserer Bezugsquellen mit Blick auf die regenerative Landwirtschaft bemüht. Daher war ich hocherfreut, das Ganze mal in Aktion zu sehen, die direkten Umweltvorteile und konkreten finanziellen Vorteile der regenerativen Landwirtschaft aufgezeigt zu bekommen.

Warum müssen wir nach Südafrika, um Wolle zu bekommen? Gibt es in Frankreich keine Wolle?
Ja, wir haben Wolle in Frankreich, aber das Klima erlaubt es uns nicht, die Mikronmaße und Faserlängen zu erhalten, die wir für den Perfekten Pullover suchen.
Man muss dafür nach Australien, Neuseeland oder Südafrika gehen. Wir haben schon einmal 100 % Merinos d'Arles-Wolle für unseren Matrosenpulli verwendet. Aber das Gefühl ist nicht dasselbe, es ist „rauer“, und für den Perfekten Pullover wollten wir eine richtig weiche Textur, so dass er eng an der Haut getragen werden kann.
Wir haben uns für die Zusammenarbeit mit Farmen in Südafrika entschieden, weil sie die Rückverfolgbarkeit garantieren und Versicherungen hinsichtlich des Sozial-, Umwelt- und Tierschutzes bieten. Es ist wichtig zu verstehen, dass die zurückgelegte Strecke bei Textilien insgesamt nur sehr geringe Auswirkungen auf die Umwelt hat, es sei denn, sie werden mit dem Flugzeug transportiert. Die wichtigsten Faktoren sind beispielsweise das Färben und Spinnen eines Pullovers.
Uns ist es wichtig zu wissen, was in der Lieferkette geschieht, und wir versuchen, die Umweltauswirkungen so weit wie möglich zu verringern. Aber wir wollten uns nicht gegen Wolle aus Südafrika entscheiden, wenn die superweiche Wolle und die hohe Qualität einen Pullover ermöglichen, den man für eine lange Zeit tragen kann.
Dann gehen Qualität, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit Hand in Hand!

Was sind die nächsten Schritte? Woran arbeitest du im Moment?
Ich möchte den Erfolg in Bezug auf die Rückverfolgbarkeit, den wir mit unserer Wolle hatten, mit allen Fasern, die wir bearbeiten, wiederholen. Das ist keine leichte Aufgabe, aber ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen!
Noch etwas, das zu hinzufügen willst?
Ich bin wirklich froh, dass wir mehr über Rückverfolgbarkeit sprechen! Das ist etwas, das mir sehr am Herzen liegt und das in dieser Branche viel zu oft vernachlässigt wird!
Wir reden darüber, wenn es Skandale gibt und vergessen dabei, dass ein T-Shirt, das für fünf Euro verkauft wird, nur eines bedeuten kann: dass es unter furchtbaren sozialen und ökologischen Bedingungen hergestellt wurde.
Mein Job ist aufregend, aber in dieser Branche fühlt sich der Einsatz für Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit oft wie ein Kampf „David gegen Goliath“ an. Vielen Dank also, dass du unsere Bemühungen sichtbar machst!
Danke, dass du dir Zeit genommen und unsere Fragen beantwortet hast.